Biographie

Der in Stuttgart geborene Bariton mit ungarischen Wurzeln begann seine musikalische Laufbahn bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben, studierte Gesang, Liedgestaltung und Dirigieren bei Rudolf Piernay, Irwin Gage und Klaus Arp in Mannheim und Saarbrücken. In Meisterkursen erhielt er wichtige Impulse durch Charles Spencer, Cornelius Reid und Rudolf Piernay, der ihn bis heute begleitet.

Wichtige Repertoire-Partien wie Papageno (Zauberflöte), Guglielmo (Così fan tutte), Conte Almaviva (Le nozze di Figaro), Wolfram (Tannhäuser), Valentin (Faust), Jeletzki (Pique Dame), Marcello (La Bohème), Albert (Werther), Frank/Fritz (Die tote Stadt), Dr. Falke (Die Fledermaus) konnte er an den beiden ehemaligen Stammhäusern, der Komischen Oper Berlin und der Oper Frankfurt, denen er bis 2011 als Ensmblemitglied verbunden war, ebenso erarbeiten wie Brittens Owen Wingrave oder Jason in Reimanns Medea. Diesen beiden Häusern bleibt er auch weiterhin verbunden, nach Frankfurt kehrte er als Spielmann (Königskinder) und nach Berlin jüngst als Graf Tamare (Schrekers „Die Gezeichneten“) zurück.

Besondere Aufmerksamkeit widmet Michael Nagy dem Lied, so gibt er mit seinem Klavierpartner Gerold Huber regelmäßig Liederabende, in dieser Saison u.a. in München beim Kammermusikfest des Münchener Kammerorchesters.

Sein Rollendebüt als Eugen Onegin führte ihn im Herbst 2014 ans Grand Théatre de Genève, dieselbe Partie sang er anschließend auch an der Bayerischen Staatsoper. Einen herausragenden Erfolg feierte er in München als Stolzius (Zimmermann „Die Soldaten“) in der zur „Opernproduktion des Jahres 2014“ gekürten Inszenierung von Andreas Kriegenburg unter der Leitung von Kirill Petrenko.

Weitere Rollendebüts der vergangenen Jahre markieren das vielfältige musikalische Interesse des Baritons: Hans Heiling in Heinrich Marschners gleichnamiger Oper am Theater an der Wien, die Titelpartie in Luigi Dallapiccolas Il Prigioniero, Andrea Lorenzo Scartazzinis Edward II., uraufgeführt an der Deutschen Oper Berlin unter Thomas Søndergård, in der Regie von Christof Loy.
Diese Saison wartet mit wichtigen Rollendebüts auf: Amfortas (Parsifal) unter Kirill Petrenko an der Bayerischen Staatsoper und Don Alfonso in der Neuproduktion „Così fan tutte“ am Opernhaus Zürich, zudem wird er in der Neuproduktion von Glucks „Alceste“ in München und als Eugen Onegin auf dem Gastspiel der Komischen Oper Berlin beim Edinburgh-Festival mitwirken.

Auch im Konzert- und Oratorienfach ist Michael Nagy weltweit gefragt. Engagements führten ihn zu den international renommiertesten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouw Orkest, BR-Symphonieorchester, Chicago Symphony Orchestra, NHK Symphony Orchestra Tokyo, Orchestre de Paris, Gewandhausorchester Leipzig, Konzerthausorchester Berlin, New Japan Philharmonic Orchestra, Sydney Symphony Orchestra, sowie zum Schleswig-Holstein Musik Festival und zu den Salzburger Festspielen.

In der aktuellen Konzertsaison zeigt sich erneut sein breites Interesse an unterschiedlichstem Repertoire, so ist er mit Haydns Nelson-Messe unter Herbert Blomstedt erstmals beim Tanglewood-Festival, daneben mit Beethovens 9. Symphonie unter Teodor Currentzis bei den Salzburger Festspielen, mit Schumanns Faust-Szenen beim Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Brahms’schen Deutschen Requiem beim Dresdner Kreuzchor, mit Bachs Magnificat unter Helmuth Rilling auch erneut mit Zemlinskys Lyrischer Symphonie beim Gürzenich-Orchester Köln zu Gast, erstmals mit Schostakowitschs 13. Symphonie beim Gewandhausorchester Leipzig unter Michael Sanderling, mit Mendelssohns Elias unter Thomas Hengelbrock beim Tonhalle-Orchester Zürich und mit Paulus bei der Internationalen Bachakademie in Luxemburg und Stuttgart. Als Dr. Falke in konzertanten Aufführungen der „Fledermaus“ gastiert er beim NDR Elbphilharmonie Orchester und den Bamberger Symphonikern unter Manfred Honeck, mit Rossinis „Petite messe solenelle“ beim NDR Chor Hamburg.

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Statements

„Als Figur fasziniert einzig der bisweilen kaum von Alviano unterscheidbare Tamare als Gegenspieler und Rivale Alvianos. Der wunderbar geschmeidige Michael Nagy wuchtet ihn nicht in brutaler Herrenmenschmanier auf die Bühne, gibt ihm mit biegsam fülligem, schön durchgebildetem Bariton ungeahnte Kultur und Delikatesse.“

Manuel Brug, 24.1.2018 - "Opernträume der „entarteten“ Avantgarde: Zemlinsky und Schreker in Lyon und Berlin"

„Unter den Solisten glänzte vor allem Bariton Michael Nagy als maskuliner Draufgänger Tamare, der keine Skrupel kennt...“

BR Klassik, Peter Jungblut, 22.1.2018 - "Teuflischer Garten der Lüste"

„Michael Nagys Ausnahmebariton überrascht von neuem mit unendlichem Gestaltungspotenzial und klanglicher Vollendung.“

Badische Zeitung, Alexander Dick, 2.1.2018 - "Der Urknall zum Jahreswechsel"

„Glänzend und für die Rabaukenrolle geradezu überbesetzt: der junge, kultivierte und kraftvolle Michael Nagy als Kurwenal.“

Opernwelt, Stefan Mösch, Ausgabe Nr. 5 / Mai 2016 - "Über allen Gipfeln keine Ruh'"

„Michael Nagy [ist] ein sonor bärbeißiger Kurwenal, der aber auch nahtlos ins die weiche Kopfstimme übergehen kann, wenn er seinen totwunden Freund beklagt.“

FAZ, Eleonore Büning, 21.3.2016 - "Schau mir bloß nicht in die Augen, Kleines"

„Für Michael Nagys Bariton ist das Werk wie maßgeschneidert. Sein erdiges Timbre passt zur melancholischen Stimmung im „Abschied“.“

Münchner Merkur, 20.6.2016 - "Ewigkeit"

„Der Bassbariton Michael Nagy, ein genuiner Wagner-Sänger mit schöner Schwärze und wunderbar scharfer, dabei natürlicher Rundung, setzt hier einen wichtigen Kontrapunkt. Sein "Abschied" entwickelt die notwendige Schwere und Melancholie [...]“

Abendzeitung München, Michael Bastian Weiß, 21.6.2016 - "Ewige Freude, unterhaltende Tiefe"

„Michael Nagy, who was making his CSO debut, sang of finding solace in the face of mortality. To his several solos he bought a burnished, focused lyric baritone with superb projection, pliant phrasing and a lieder singer's regard for the German texts and the meanings they convey through Brahms' music. The Hungarian singer is a real find.“

Chicago Tribune, John von Rhein, 11.11.2016 - "CSO forces bring comforting eloquence to Brahms' Requiem"

„Michael Nagy singt den Elias, der den Götzenanbetern die große Dürre prophezeit, der sie verspottet und schließlich auf den rechten Weg führt, der des Lebens überdrüssig wird und letzthin Gott schaut. Ein Bariton voller Kraft und Leidenschaft, ein großer Gestalter.“

WAZ, Martin Schrahn, 31.1.2016 - "Mendelssohns 'Elias' mit Wucht und allen Feinheiten"

„Michael Nagy ist ein grandios klangvoller, auch witziger Kurwenal.“

NZZ, Peter Hagmann, 21.3.2016 - "Seekrank auf den Tod"

„Der Hut sei gezogen! Dieser Mann ist eine Entdeckung!“

Abendzeitung München, Robert Braunmüller, 13. November 2011 - "Mahler 'Wunderhornlieder', Sinfonieorchester des BR, Daniele Gatti"

„Michael Nagy gestaltet die Hauptpartie zur grandiosen Psychostudie und ist in jeder Note der herausfordernden Partitur gewachsen.“

Nachrichten.at , Michael Wruss, 15.9.2015 - „Gruselgeschichte zwischen Geisterwelt und Dorfleben. Saisonauftakt mit "Hans Heiling" im Theater an der Wien”

„Musikalisch hat der Abend Größe, was auch an den weiteren Solisten liegt. Michael Nagy verleiht Kurwenal beim Rollendebüt mit seinem klar umrissenen, aber immer geschmeidigen Bariton klare Konturen.“

Suedkurier, Alexander Dick, 21.3.2016 - "Fühlt und seht ihr’s nicht?"

„Michael Nagy offers an engaging, robustly sung Papageno, ...“

The New York Times, George Loomis, 26.3.2013 - "'Zauberflöte' in a New Easter Home"

„Michael Nagy, umjubelter Wolfram der Bayreuther "Tannhäuser"-Inszenierung, liefert eine Meisterleistung als Papageno ab. (...) Nagy hat ein Gespür für komödiantisches Timing. Jede Pointe seiner gesprochenen Texte sitzt, und seine unaufgeregte samtige Baritonstimme passt perfekt zu Mozart. “

Die Welt, Lucas Wiegelmann, 24.3.2013 - "Kann Mozarts 'Zauberflöte' den Tod überwinden?"