Biographie

Der Bariton mit ungarischen Wurzeln war zunächst Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und wechselte dann an die Oper Frankfurt, wo er sich mit Papageno (Zauberflöte), Guglielmo (Così fan tutte), Graf (Le nozze di Figaro), Hans Scholl (Die weiße Rose), Wolfram (Tannhäuser), Valentin (Faust), Jeletzki (Pique Dame), Marcello (La Bohème), Albert (Werther), Frank/Fritz (Die tote Stadt), der Titelrolle in Owen Wingrave, Jason (Medea) und Dr. Falke (Die Fledermaus) wichtige Partien seines Repertoires erarbeiten konnte. Den Wolfram sang er zwischen 2011 und 2013 bei den Bayreuther Festspielen. Daneben führten ihn Gastengagements u. a. an das Opernhaus Oslo, an die Deutsche Oper Berlin, die Bayerische Staatsoper München, an das Opernhaus Zürich und ans Theater an der Wien.

 Zu seinen weiteren musikalischen Partnern zählen unter anderem Ádám Fischer, Paavo Järvi, Alan Gilbert, Christoph Eschenbach, Daniel Harding, Christoph von Dohnanyi, Philippe Herreweghe, Manfred Honeck und Daniele Gatti. Besondere Aufmerksamkeit widmet Michael Nagy dem Lied, neben Abenden mit Wolfs „Italienischem Liederbuch“, gemeinsam mit Christiane Karg und Gerold Huber, in Bonn, Elmau, Graz und Berlin wird er – mit Gerold Huber – in Köln und Dortmund mit außergewöhnlichen russisch-deutschen Programmen, sowie in Winterthur in kammermusikalischer Besetzung zu hören sein.

Seine erste musikalische Ausbildung erhielt Michael Nagy bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben.  In Mannheim studierte er Gesang bei Rudolf Piernay und Dirigieren bei Klaus Arp, außerdem Liedgestaltung bei Irwin Gage in Saarbrücken. Seine Ausbildung rundete er in Meisterkursen bei Charles Spencer, Rudolf Piernay und Cornelius Reid ab. 2004 gewann er den ‚Internationalen Wettbewerb für Liedkunst‘ der Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart und startete so seine internationale Karriere.

Unter dem Dirigat von Sir Simon Rattle gab er bei den Pfingstfestspielen Baden-Baden 2013 den Pagageno (Zauberflöte) mit den Berliner Philharmonikern. Sein Rollendebüt als Eugen Onegin führte ihn im Herbst 2014 ans Grand Théatre de Genève, eine Partie, die er anschließend auch an der Bayerischen Staatsoper sang. Einen herausragenden Erfolg feierte er in München als Stolzius (Zimmermann: Die Soldaten) in der als ,Opernproduktion des Jahres 2014‘ gekürten Inszenierung von Andreas Kriegenburg unter der Leitung von Kirill Petrenko.

Die letzen Jahre brachten vier Rollendebüts und eine Uraufführung: Hans Heiling in Heinrich Marschners gleichnamiger Oper am Theater an der Wien, Kurwenal (Tristan und Isolde) bei den Osterfestspielen Baden-Baden 2016 in einer Neuinszenierung von Mariusz Treliński unter der Leitung von Sir Simon Rattle, die Titelpartie in Luigi Dallapiccolas Il Priginiero unter Thomas Hengelbrock sowie die Titelpartie in der Uraufführung von Edward II. des Komponisten Andrea Lorenzo Scartazzini an der Deutschen Oper Berlin unter Thomas Søndergård in der Regie von Christof Loy. Auf der Opernbühne kann man ihn in dieser Saison u.a. in Franz Schrekers Die Gezeichneten als Graf Tamare an der Komischen Oper Berlin und an der Oper Köln in Mozarts Die Hochzeit des Figaro als Conte Almaviva erleben.

Weltweit ist Michael Nagy für die Konzert- und Oratorienpartien seines Fachs gefragt. Engagements führten ihn zu den Münchner und Berliner Philharmonikern, zum Konzerthausorchester Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem New Japan Philharmonic Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, dem Sydney und Chicago Symphony Orchestra, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Orchestre de Paris sowie dem Schleswig-Holstein Musik Festival und den Salzburger Festspielen. In der aktuellen Spielzeit ist er u. a. mit Brahms Requiem auf der Geburtstagstournee zu Ehren Herbert Blomstedts mit dem Gewandhausorchester, Miriways unter der Leitung von Bernard Labadie mit der Akademie für Alte Musik Berlin, Fabio Nieders Bearbeitungen von Schubert-Liedern mit dem Münchner Kammerorchester, Gottfried von Einems An die Nachgeborenen mit dem ORF Radio Symphonieorchester Wien und Markus Poschner, Zimmermanns Ekklesiastische Aktion mit dem SWR Sinfonieorchester unter Ingo Metzmacher sowie auf Tournee mit dem Freiburger Barockorchester mit G.B. Pergolesis La serva padrona zu hören.

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Statements

„Als Figur fasziniert einzig der bisweilen kaum von Alviano unterscheidbare Tamare als Gegenspieler und Rivale Alvianos. Der wunderbar geschmeidige Michael Nagy wuchtet ihn nicht in brutaler Herrenmenschmanier auf die Bühne, gibt ihm mit biegsam fülligem, schön durchgebildetem Bariton ungeahnte Kultur und Delikatesse.“

Manuel Brug, 24.1.2018 - "Opernträume der „entarteten“ Avantgarde: Zemlinsky und Schreker in Lyon und Berlin"

„Unter den Solisten glänzte vor allem Bariton Michael Nagy als maskuliner Draufgänger Tamare, der keine Skrupel kennt...“

BR Klassik, Peter Jungblut, 22.1.2018 - "Teuflischer Garten der Lüste"

„Michael Nagys Ausnahmebariton überrascht von neuem mit unendlichem Gestaltungspotenzial und klanglicher Vollendung.“

Badische Zeitung, Alexander Dick, 2.1.2018 - "Der Urknall zum Jahreswechsel"

„Glänzend und für die Rabaukenrolle geradezu überbesetzt: der junge, kultivierte und kraftvolle Michael Nagy als Kurwenal.“

Opernwelt, Stefan Mösch, Ausgabe Nr. 5 / Mai 2016 - "Über allen Gipfeln keine Ruh'"

„Michael Nagy [ist] ein sonor bärbeißiger Kurwenal, der aber auch nahtlos ins die weiche Kopfstimme übergehen kann, wenn er seinen totwunden Freund beklagt.“

FAZ, Eleonore Büning, 21.3.2016 - "Schau mir bloß nicht in die Augen, Kleines"

„Für Michael Nagys Bariton ist das Werk wie maßgeschneidert. Sein erdiges Timbre passt zur melancholischen Stimmung im „Abschied“.“

Münchner Merkur, 20.6.2016 - "Ewigkeit"

„Der Bassbariton Michael Nagy, ein genuiner Wagner-Sänger mit schöner Schwärze und wunderbar scharfer, dabei natürlicher Rundung, setzt hier einen wichtigen Kontrapunkt. Sein "Abschied" entwickelt die notwendige Schwere und Melancholie [...]“

Abendzeitung München, Michael Bastian Weiß, 21.6.2016 - "Ewige Freude, unterhaltende Tiefe"

„Michael Nagy, who was making his CSO debut, sang of finding solace in the face of mortality. To his several solos he bought a burnished, focused lyric baritone with superb projection, pliant phrasing and a lieder singer's regard for the German texts and the meanings they convey through Brahms' music. The Hungarian singer is a real find.“

Chicago Tribune, John von Rhein, 11.11.2016 - "CSO forces bring comforting eloquence to Brahms' Requiem"

„Michael Nagy singt den Elias, der den Götzenanbetern die große Dürre prophezeit, der sie verspottet und schließlich auf den rechten Weg führt, der des Lebens überdrüssig wird und letzthin Gott schaut. Ein Bariton voller Kraft und Leidenschaft, ein großer Gestalter.“

WAZ, Martin Schrahn, 31.1.2016 - "Mendelssohns 'Elias' mit Wucht und allen Feinheiten"

„Michael Nagy ist ein grandios klangvoller, auch witziger Kurwenal.“

NZZ, Peter Hagmann, 21.3.2016 - "Seekrank auf den Tod"

„Der Hut sei gezogen! Dieser Mann ist eine Entdeckung!“

Abendzeitung München, Robert Braunmüller, 13. November 2011 - "Mahler 'Wunderhornlieder', Sinfonieorchester des BR, Daniele Gatti"

„Michael Nagy gestaltet die Hauptpartie zur grandiosen Psychostudie und ist in jeder Note der herausfordernden Partitur gewachsen.“

Nachrichten.at , Michael Wruss, 15.9.2015 - „Gruselgeschichte zwischen Geisterwelt und Dorfleben. Saisonauftakt mit "Hans Heiling" im Theater an der Wien”

„Musikalisch hat der Abend Größe, was auch an den weiteren Solisten liegt. Michael Nagy verleiht Kurwenal beim Rollendebüt mit seinem klar umrissenen, aber immer geschmeidigen Bariton klare Konturen.“

Suedkurier, Alexander Dick, 21.3.2016 - "Fühlt und seht ihr’s nicht?"

„Michael Nagy offers an engaging, robustly sung Papageno, ...“

The New York Times, George Loomis, 26.3.2013 - "'Zauberflöte' in a New Easter Home"

„Michael Nagy, umjubelter Wolfram der Bayreuther "Tannhäuser"-Inszenierung, liefert eine Meisterleistung als Papageno ab. (...) Nagy hat ein Gespür für komödiantisches Timing. Jede Pointe seiner gesprochenen Texte sitzt, und seine unaufgeregte samtige Baritonstimme passt perfekt zu Mozart. “

Die Welt, Lucas Wiegelmann, 24.3.2013 - "Kann Mozarts 'Zauberflöte' den Tod überwinden?"