Biographie

Der in Stuttgart geborene Bariton mit ungarischen Wurzeln begann seine musikalische Laufbahn bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben und studierte Gesang, Liedgestaltung und Dirigieren bei Rudolf Piernay, Irwin Gage und Klaus Arp in Mannheim und Saarbrücken. In Meisterkursen erhielt er wichtige Impulse durch Charles Spencer, Cornelius Reid und Rudolf Piernay, der ihn bis heute gesangstechnisch begleitet.

Wichtige Repertoire-Partien wie Papageno (Die Zauberflöte), Conte (Le nozze di Figaro), Wolfram (Tannhäuser), Valentin (Faust), Jeletzki (Pique Dame), Marcello (La Bohème), Albert (Werther), Frank/Fritz (Die tote Stadt), Dr. Falke (Die Fledermaus) konnte er an den beiden ehemaligen Stammhäusern, der Komischen Oper Berlin und der Oper Frankfurt, ebenso erarbeiten wie die Titelpartie in Brittens Owen Wingrave oder Jason in Reimanns Medea. Diesen beiden Häusern bleibt er weiterhin verbunden: Frankfurt zuletzt als Spielmann (Humperdinck: Die Königskinder) und bald als Förster in Janáčeks Das schlaue Füchslein, Berlin zuletzt als Graf Tamare (Schreker, Die Gezeichneten) und Eugen Onegin auf einem Gastspiel beim Edinburgh Festival.

Liederabende und Kammermusik sind Michael Nagy ein besonderes Anliegen: so gibt es u.a. zusammen mit Julia Kleiter und dem Ensemble Labyrinth Hugo Wolfs Italienisches Liederbuch am Opernhaus in Zürich und einen Victoria de Los Angeles gewidmeten Liederabend beim LIFE Festival in Barcelona an der Seite von Susanna Klovsky.

An wichtigen Bühnen der Welt entwickelt sich der Künstler fachlich kontinuierlich weiter: von Wolfram in Tannhäuser (Bayreuther Festspiele) über Hans Heiling in Marschners gleichnamiger Oper am Theater an der Wien und Stolzius in Zimmermanns Die Soldaten (unter K. Petrenko an der Bayerischen Staatsoper), Kurwenal (Tristan und Isolde) in Baden-Baden und Berlin unter Simon Rattle bis zu Dallapiccolas Il Prigioniero in Hamburg und der Uraufführung von Scartazzinis Oper Edward II. in Berlin.
Die vergangene Saison brachte zwei wichtige Rollendebuts: Don Alfonso (Cosí fan tutte) am Opernhaus Zürich und Amfortas (Parsifal) an der Bayerischen Staatsoper unter Kirill Petrenko – an beide Häuser kehrt der Künstler 2019/20 in drei Wiederaufnahmen zurück: Die Fledermaus, Alceste und Così fan tutte.
Auch im Konzert- und Oratorienfach ist Michael Nagy weltweit gefragt. Engagements führten ihn zu den international renommiertesten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouworkest, BR- Symphonieorchester, Chicago Symphony Orchestra, NHK Symphony Orchestra Tokyo, Orchestre de Paris, Gewandhausorchester Leipzig, Konzerthausorchester Berlin, New Japan Philharmonic Orchestra, Sydney Symphony Orchestra und zu diversen Festivals, u.a. in Schleswig-Holstein und im Rheingau, zu den Salzburger Festspielen und zum Tanglewood Festival (USA), nach Grafenegg und San Sebastian.

Michael Nagy ist neugierig im besten Sinne des Wortes – auch die nächste Spielzeit bietet neben klassischem Repertoire Entdeckungen: so eröffnet er mit Mahlers 8. Symphonie unter Christoph Eschenbach die Saison am Konzerthaus Berlin und mit Dvořáks Te Deum die Amtszeit des neuen Chefdirigenten des WDR Köln, Cristian Macelaru. Beim Danish Radio Symphony Orchestra in Kopenhagen unter Gianandrea Noseda gastiert er mit einer konzertanten Version von Dallapiccolas Il Prigioniero, beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt mit Brahms‘ Ein deutsches Requiem unter David Zinman, beim NDR Elbphilharmonie-Orchester in Hamburg unter Marek Janowski mit F. Martins Jedermann-Monologen, bei Brussels Philharmonic unter Stéphane Denève mit Brahms/Glanert Vier Ernste Gesänge, beim Helsingborgs Symfoniorkester unter Stefan Solyom mit orchestrierten Liedern von Gounod, Mahler, Bizet und Schubert, beim Musikfest Stuttgart unter H. C. Rademann mit Bruchs Lied von der Glocke, im Eröffnungskonzert des Schleswig Holstein Musik Festivals 2020 mit Nielsens 3. Symphonie unter Alan Gilbert, mit The Orchestra Now! in den USA führt er „Lebendig begraben“ von Othmar Schoeck (mit CD-Produktion) unter der Leitung von Leon Botstein in der Carnegie Hall New York und am Bard College auf.
Auch Beethoven kommt in dessen 250. Geburtsjahr nicht zu kurz: u.a. stehen die Missa solemnis beim Orquestra Sinfônica do Estado de São Paulo und auf Reisen unter Thomas Hengelbrock, Beethovens C-Dur Messe unter Karina Canellakis in Utrecht und die 9. Symphonie unter Teodor Currentzis in St. Petersburg, Bonn, Wien und Luzern auf dem Programm.

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Statements

"So versteht sich, dass Don Alfonso alles andere ist als ein Philosoph und schon gar nicht alt, sondern ganz einfach der Dritte im Bunde mit Guglielmo und Ferrando – und als solcher macht Michael Nagy mit seinem so kernig wie opulent klingenden Bariton und seiner hervorragenden Diktion eine ganz ausgezeichnete Figur."

Republik, Peter Hagmann, 7.11.2018 - "Wo Frauen an die Kasse kommen"

"Michael Nagy verleiht ihm fabelhaft genau die Aura eines beleidigten Lebemannes."

SZ, Egbert Tholl, 6.11.2018 - "Erotik der Gegenwart"

"... der Hedonist Don Alfonso (mit herrlich zwielichtiger Präsenz: Michael Nagy), der das Ganze ins Rollen gebracht hat, sucht Trost im Alkohol, und auch die Regie bekommt die vielen losen Fäden nicht mehr recht verknotet..."

NZZ, Christian Wildhagen, 6.11.2018 - "Liebe ist auch bloss eine grosse Inszenierung"

„Als Figur fasziniert einzig der bisweilen kaum von Alviano unterscheidbare Tamare als Gegenspieler und Rivale Alvianos. Der wunderbar geschmeidige Michael Nagy wuchtet ihn nicht in brutaler Herrenmenschmanier auf die Bühne, gibt ihm mit biegsam fülligem, schön durchgebildetem Bariton ungeahnte Kultur und Delikatesse.“

Manuel Brug, 24.1.2018 - "Opernträume der „entarteten“ Avantgarde: Zemlinsky und Schreker in Lyon und Berlin"

„Unter den Solisten glänzte vor allem Bariton Michael Nagy als maskuliner Draufgänger Tamare, der keine Skrupel kennt...“

BR Klassik, Peter Jungblut, 22.1.2018 - "Teuflischer Garten der Lüste"

„Michael Nagys Ausnahmebariton überrascht von neuem mit unendlichem Gestaltungspotenzial und klanglicher Vollendung.“

Badische Zeitung, Alexander Dick, 2.1.2018 - "Der Urknall zum Jahreswechsel"

„Glänzend und für die Rabaukenrolle geradezu überbesetzt: der junge, kultivierte und kraftvolle Michael Nagy als Kurwenal.“

Opernwelt, Stefan Mösch, Ausgabe Nr. 5 / Mai 2016 - "Über allen Gipfeln keine Ruh'"

„Michael Nagy [ist] ein sonor bärbeißiger Kurwenal, der aber auch nahtlos ins die weiche Kopfstimme übergehen kann, wenn er seinen totwunden Freund beklagt.“

FAZ, Eleonore Büning, 21.3.2016 - "Schau mir bloß nicht in die Augen, Kleines"

„Für Michael Nagys Bariton ist das Werk wie maßgeschneidert. Sein erdiges Timbre passt zur melancholischen Stimmung im „Abschied“.“

Münchner Merkur, 20.6.2016 - "Ewigkeit"

„Der Bassbariton Michael Nagy, ein genuiner Wagner-Sänger mit schöner Schwärze und wunderbar scharfer, dabei natürlicher Rundung, setzt hier einen wichtigen Kontrapunkt. Sein "Abschied" entwickelt die notwendige Schwere und Melancholie [...]“

Abendzeitung München, Michael Bastian Weiß, 21.6.2016 - "Ewige Freude, unterhaltende Tiefe"

„Michael Nagy, who was making his CSO debut, sang of finding solace in the face of mortality. To his several solos he bought a burnished, focused lyric baritone with superb projection, pliant phrasing and a lieder singer's regard for the German texts and the meanings they convey through Brahms' music. The Hungarian singer is a real find.“

Chicago Tribune, John von Rhein, 11.11.2016 - "CSO forces bring comforting eloquence to Brahms' Requiem"

„Michael Nagy singt den Elias, der den Götzenanbetern die große Dürre prophezeit, der sie verspottet und schließlich auf den rechten Weg führt, der des Lebens überdrüssig wird und letzthin Gott schaut. Ein Bariton voller Kraft und Leidenschaft, ein großer Gestalter.“

WAZ, Martin Schrahn, 31.1.2016 - "Mendelssohns 'Elias' mit Wucht und allen Feinheiten"

„Michael Nagy ist ein grandios klangvoller, auch witziger Kurwenal.“

NZZ, Peter Hagmann, 21.3.2016 - "Seekrank auf den Tod"

„Der Hut sei gezogen! Dieser Mann ist eine Entdeckung!“

Abendzeitung München, Robert Braunmüller, 13. November 2011 - "Mahler 'Wunderhornlieder', Sinfonieorchester des BR, Daniele Gatti"

„Michael Nagy gestaltet die Hauptpartie zur grandiosen Psychostudie und ist in jeder Note der herausfordernden Partitur gewachsen.“

Nachrichten.at , Michael Wruss, 15.9.2015 - „Gruselgeschichte zwischen Geisterwelt und Dorfleben. Saisonauftakt mit "Hans Heiling" im Theater an der Wien”

„Musikalisch hat der Abend Größe, was auch an den weiteren Solisten liegt. Michael Nagy verleiht Kurwenal beim Rollendebüt mit seinem klar umrissenen, aber immer geschmeidigen Bariton klare Konturen.“

Suedkurier, Alexander Dick, 21.3.2016 - "Fühlt und seht ihr’s nicht?"

„Michael Nagy offers an engaging, robustly sung Papageno, ...“

The New York Times, George Loomis, 26.3.2013 - "'Zauberflöte' in a New Easter Home"

„Michael Nagy, umjubelter Wolfram der Bayreuther "Tannhäuser"-Inszenierung, liefert eine Meisterleistung als Papageno ab. (...) Nagy hat ein Gespür für komödiantisches Timing. Jede Pointe seiner gesprochenen Texte sitzt, und seine unaufgeregte samtige Baritonstimme passt perfekt zu Mozart. “

Die Welt, Lucas Wiegelmann, 24.3.2013 - "Kann Mozarts 'Zauberflöte' den Tod überwinden?"