Bio

Der in Stuttgart geborene Bariton mit ungarischen Wurzeln begann seine musikalische Laufbahn bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben und studierte Gesang, Liedgestaltung und Dirigieren bei Rudolf Piernay, Irwin Gage und Klaus Arp in Mannheim und Saarbrücken. In Meisterkursen erhielt er wichtige Impulse durch Charles Spencer, Cornelius Reid und Rudolf Piernay, der ihn bis heute gesangstechnisch begleitet.

Wichtige Repertoire-Partien wie Papageno (Zauberflöte), Conte (Le nozze di Figaro), Wolfram (Tannhäuser), Valentin (Faust), Jeletzki (Pique Dame), Marcello (La Bohème), Albert (Werther), Frank/Fritz (Die tote Stadt), Dr. Falke (Die Fledermaus) konnte er an den beiden ehemaligen Stammhäusern, der Komischen Oper Berlin und der Oper Frankfurt, ebenso erarbeiten wie die Titelpartie in Brittens Owen Wingrave oder Jason in Reimanns Medea. Diesen beiden Häusern bleibt er weiterhin verbunden: Frankfurt zuletzt als Spielmann (Humperdinck: Die Königskinder), Berlin zuletzt als Graf Tamare (Schreker, Die Gezeichneten) und Eugen Onegin auf einem Gastspiel beim Edinburgh Festival.

Im Konzertbereich gibt es Entdeckungen wie das mäßig bekannte Oratorium Weissagung und Erfüllung von Hans Huber unter der Leitung von Duncan Ward beim Symphonieorchester Basel, es folgen Mahlers 8. Symphonie unter Vasily Petrenko in London, Brahms Requiem / Schönberg Ein Überlebender aus Warschau mit Copenhagen Philharmonic unter Christoph Eschenbach, Zemlinskys Lyrische Symphonie mit dem Gulbenkian Orchester unter Alexander Liebreich, Schumanns Faust-Szenen bei den Audi Sommerkonzerten unter Axel Kober sowie Mahlers Wunderhorn-Lieder beim RTVE Orchester in Madrid.

An wichtigen Bühnen der Welt entwickelt sich der Künstler fachlich kontinuierlich weiter: von Wolfram in Tannhäuser (Bayreuther Festspiele) über Hans Heiling in Marschners gleichnamiger Oper am Theater an der Wien und Stolzius in Zimmermanns Die Soldaten (unter K. Petrenko an der Bayerischen Staatsoper), Kurwenal (Tristan und Isolde) in Baden-Baden und Berlin unter Simon Rattle bis zu Dallapiccolas Il Prigioniero in Hamburg und der Uraufführung von Scartazzinis Oper Edward II. in Berlin.
In den vergangenen beiden Spielzeiten sang er erstmals Don Alfonso (Così fan tutte) am Opernhaus Zürich und bei den Salzburger Festspielen, sowie Amfortas (Parsifal) unter Kirill Petrenko, Ratefreund (Die Vögel) und Graf in Strauss‘ Capriccio an der Bayerischen Staatsoper, an der Wiener Staatsoper debütierte er als Conte (Le nozze di Figaro) unter Adam Fischer.

Auch im Konzert- und Oratorienfach ist Michael Nagy weltweit gefragt. Engagements führten ihn zu den international renommiertesten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Concertgebouworkest, BR- Symphonieorchester, Chicago Symphony Orchestra, NHK Symphony Orchestra Tokyo, Orchestre de Paris, Gewandhausorchester Leipzig, Konzerthausorchester Berlin, New Japan Philharmonic Orchestra, Sydney Symphony Orchestra und zu diversen Festivals, u.a. in Schleswig-Holstein und im Rheingau, zu den Salzburger Festspielen und zum Tanglewood Festival (USA), nach Grafenegg und San Sebastian.

Die kommende Saison verspricht erneut abwechslungsreich zu werden, und wartet mit zwei großen Rollendebüts auf: an der Oper Frankfurt tritt Michael Nagy erstmals als Beckmesser in einer Neuproduktion von Wagners Meistersingern (Johannes Erath, Sebastian Weigle) in Erscheinung, an die Wiener Staatsoper kehrt er sowohl als Amfortas wie erstmals als Alberich in Wagners Ring-Zyklus unter Franz Welser-Möst zurück.
In Toulouse singt er zu Beginn des Jahres 2023 Conte (Le nozze di Figaro).

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Statements

"... Michael Nagy, einer der zurzeit „reifsten“ Baritone und als Wagner-Sänger ebenso gefragt wie als Liedgestalter, begeisterte in den subtilen Schattierungen des Schmerzes, wenn der Schatz Hochzeit macht, wie in der Strahlkraft des Sonnenscheins, mit dem die Welt zwischenzeitlich zu funkeln beginnt. Frappierend vor allem seine natürliche Tongebung: kein manieriert-gewolltes Tönebasteln, kein Schummeln bei Registerwechseln oder aufgedrehtes Forcieren störten den Fluss: klagendes Lied, auffahrende Traumgestalten und Hoffnungsschimmer aus Blütengestöber des Lindenbaums in höchster Konzentration. Ein absolut fesselnder Mittelpunkt eines wundervollen Konzertabends der Bamberger Symphoniker, der auf weitere Entdeckungen neugierig macht!"

Bachtrack, Michael Vieth, 29.9.2021 - "Der Titan von Hans Rott: Jubiläums-glänzende Bamberger in fesselnder Entdeckerlaune"

"... Beide singen sich vielmehr, sobald es nur geht, lyrisch strömend aus: Nagy mit einem äußerst eleganten Kavaliersbariton, dem man den stimmlich erfahrenen Don Giovanni angenehm anhört;"

FAZ, Jan Bachmann, 28.4.2021 - "Schaumbadsolo für lyrischen Sopran"

"In diesen Rollen haben Michael Nagy und Selene Zanetti den Konflikt fesselnd geschürt. Nagy entwickelt mit seinem dunklen Bariton eine beträchtliche dramatische Fallhöhe. Die natürliche Schwere seiner Stimme macht den Argwohn gefährlich und die rezitativische Nervosität hochmusikalisch."

Abendzeitung München, Michael Bastian Weiß, 28.4.2021 - "Livestream im Nationaltheater: Ein Hoch auf die Rauchkultur"

"... Michael Nagy singt die rund 40 pausenlosen Minuten des irrwitzig schwierigen Gesangspart mit einer breiten Palette der Differenzierung: eine makellose, ergreifende, erschütternde Interpretation."

Wiener Zeitung, Edwin Baumgartner, 15.3.2021 - "Leon Botstein dirigiert Othmar Schoeck"

"... eine wuchtige, in Granit gehauene Musik, die den Knittelversen das Ornament abschlägt und einen starken Interpreten mit nicht weniger starker Stimme verlangt. Michael Nagy hat beides: Kraft und Intensität. Und er kann mit einer lyrisch grundierten Stimme dem bitteren Dauerforte einen Reichtum von Nuancen entlocken und mit feinsten Schattierungen den psychologischen Prozess verdeutlichen, der in sechs Liedern von der Todesangst über die Reue bis zur Ahnung von Erlösung führt."

Abendzeitung München, Robert Braunmüller, 7.6.2020 - "'Jedermann' mit Michael Nagy und Nikolaus Bachler"

"... singt Bariton Michael Nagy Frank Martins "Jedermann-Monologe" mit hinreißender Theatralik und kompromissloser Unabdingbarkeit..."

SZ, Egbert Tholl, 8.6.2020 - "Hoffentlich nicht für die Ewigkeit"

"So versteht sich, dass Don Alfonso alles andere ist als ein Philosoph und schon gar nicht alt, sondern ganz einfach der Dritte im Bunde mit Guglielmo und Ferrando – und als solcher macht Michael Nagy mit seinem so kernig wie opulent klingenden Bariton und seiner hervorragenden Diktion eine ganz ausgezeichnete Figur."

Republik, Peter Hagmann, 7.11.2018 - "Wo Frauen an die Kasse kommen"

"... der Hedonist Don Alfonso (mit herrlich zwielichtiger Präsenz: Michael Nagy), der das Ganze ins Rollen gebracht hat, sucht Trost im Alkohol, und auch die Regie bekommt die vielen losen Fäden nicht mehr recht verknotet..."

NZZ, Christian Wildhagen, 6.11.2018 - "Liebe ist auch bloss eine grosse Inszenierung"

"Michael Nagy verleiht ihm fabelhaft genau die Aura eines beleidigten Lebemannes."

SZ, Egbert Tholl, 6.11.2018 - "Erotik der Gegenwart"

„Als Figur fasziniert einzig der bisweilen kaum von Alviano unterscheidbare Tamare als Gegenspieler und Rivale Alvianos. Der wunderbar geschmeidige Michael Nagy wuchtet ihn nicht in brutaler Herrenmenschmanier auf die Bühne, gibt ihm mit biegsam fülligem, schön durchgebildetem Bariton ungeahnte Kultur und Delikatesse.“

Manuel Brug, 24.1.2018 - "Opernträume der „entarteten“ Avantgarde: Zemlinsky und Schreker in Lyon und Berlin"

„Unter den Solisten glänzte vor allem Bariton Michael Nagy als maskuliner Draufgänger Tamare, der keine Skrupel kennt...“

BR Klassik, Peter Jungblut, 22.1.2018 - "Teuflischer Garten der Lüste"

„Michael Nagys Ausnahmebariton überrascht von neuem mit unendlichem Gestaltungspotenzial und klanglicher Vollendung.“

Badische Zeitung, Alexander Dick, 2.1.2018 - "Der Urknall zum Jahreswechsel"

„Glänzend und für die Rabaukenrolle geradezu überbesetzt: der junge, kultivierte und kraftvolle Michael Nagy als Kurwenal.“

Opernwelt, Stefan Mösch, Ausgabe Nr. 5 / Mai 2016 - "Über allen Gipfeln keine Ruh'"

„Michael Nagy [ist] ein sonor bärbeißiger Kurwenal, der aber auch nahtlos ins die weiche Kopfstimme übergehen kann, wenn er seinen totwunden Freund beklagt.“

FAZ, Eleonore Büning, 21.3.2016 - "Schau mir bloß nicht in die Augen, Kleines"

„Für Michael Nagys Bariton ist das Werk wie maßgeschneidert. Sein erdiges Timbre passt zur melancholischen Stimmung im „Abschied“.“

Münchner Merkur, 20.6.2016 - "Ewigkeit"

„Der Bassbariton Michael Nagy, ein genuiner Wagner-Sänger mit schöner Schwärze und wunderbar scharfer, dabei natürlicher Rundung, setzt hier einen wichtigen Kontrapunkt. Sein "Abschied" entwickelt die notwendige Schwere und Melancholie [...]“

Abendzeitung München, Michael Bastian Weiß, 21.6.2016 - "Ewige Freude, unterhaltende Tiefe"

„Michael Nagy, who was making his CSO debut, sang of finding solace in the face of mortality. To his several solos he bought a burnished, focused lyric baritone with superb projection, pliant phrasing and a lieder singer's regard for the German texts and the meanings they convey through Brahms' music. The Hungarian singer is a real find.“

Chicago Tribune, John von Rhein, 11.11.2016 - "CSO forces bring comforting eloquence to Brahms' Requiem"

„Michael Nagy singt den Elias, der den Götzenanbetern die große Dürre prophezeit, der sie verspottet und schließlich auf den rechten Weg führt, der des Lebens überdrüssig wird und letzthin Gott schaut. Ein Bariton voller Kraft und Leidenschaft, ein großer Gestalter.“

WAZ, Martin Schrahn, 31.1.2016 - "Mendelssohns 'Elias' mit Wucht und allen Feinheiten"

„Michael Nagy ist ein grandios klangvoller, auch witziger Kurwenal.“

NZZ, Peter Hagmann, 21.3.2016 - "Seekrank auf den Tod"

„Der Hut sei gezogen! Dieser Mann ist eine Entdeckung!“

Abendzeitung München, Robert Braunmüller, 13. November 2011 - "Mahler 'Wunderhornlieder', Sinfonieorchester des BR, Daniele Gatti"

„Michael Nagy gestaltet die Hauptpartie zur grandiosen Psychostudie und ist in jeder Note der herausfordernden Partitur gewachsen.“

Nachrichten.at , Michael Wruss, 15.9.2015 - „Gruselgeschichte zwischen Geisterwelt und Dorfleben. Saisonauftakt mit "Hans Heiling" im Theater an der Wien”

„Musikalisch hat der Abend Größe, was auch an den weiteren Solisten liegt. Michael Nagy verleiht Kurwenal beim Rollendebüt mit seinem klar umrissenen, aber immer geschmeidigen Bariton klare Konturen.“

Suedkurier, Alexander Dick, 21.3.2016 - "Fühlt und seht ihr’s nicht?"

„Michael Nagy offers an engaging, robustly sung Papageno, ...“

The New York Times, George Loomis, 26.3.2013 - "'Zauberflöte' in a New Easter Home"

„Michael Nagy, umjubelter Wolfram der Bayreuther "Tannhäuser"-Inszenierung, liefert eine Meisterleistung als Papageno ab. (...) Nagy hat ein Gespür für komödiantisches Timing. Jede Pointe seiner gesprochenen Texte sitzt, und seine unaufgeregte samtige Baritonstimme passt perfekt zu Mozart. “

Die Welt, Lucas Wiegelmann, 24.3.2013 - "Kann Mozarts 'Zauberflöte' den Tod überwinden?"